Dienstag, 20.01.2009

Besuchen Sie das Lenin-Mausoleum, solange es noch steht

Touristenattraktion oder säkulares Heiligtum? Das Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz am Kreml (Foto: Archiv)
Moskau. Am 85.Todestag Lenins sind zwei Drittel aller Russen dafür, Lenin zu begraben, statt ihn weiter im Mausoleum zu konservieren. Wobei 38 % der jetzt Befragten den Gründer der Sowjetunion "so schnell wie möglich" beerdigen wollen.
Wie das Meinungsforschungsinstitut VZIOM bei einer repräsentativen Befragung von 1.600 Bürgern Russlands herausfand, ist der Prozentsatz der Befürworter einer schnellstmöglichen Beerdigung in Moskau und St.Petersburg mit je 48 Prozent besonders gross.

Nur 25 Prozent der Befragten wollen den Führer des Proletariats im Mausoleum belassen - einige von diesen aber anscheinend durchaus nicht aus Pietät:

Insgesamt 37 Prozent der Russen wollen nämlich nach Erkenntnissen der Meinungsforscher das Mausoleum als eine moskauer Touristenattraktion unter vielen anderen vermarkten - mit oder ohne Lenin.

41 Prozent würden dagegen am liebsten auch das Lenin-Mausoleum abreissen bzw. wenigstens vom Roten Platz entfernen lassen.

Kompromissformel "biologische Lösung"


Die Kompromissformel der "biologischen Lösung", nach der seit dem Ende der Sowjetunion die jeweiligen neuen Kremlherren verfahren, wird gegenwärtig nur von 28 Prozent der Bevölkerung geteilt: erstmal liegen lassen und später begraben, wenn die Lenin-Anhänger weniger geworden sind.

Bislang allerdings sieht es nicht danach aus, dass Lenin in Vergessenheit geraten könnte. Bei der TV-Show "Die Namen Russlands", bei der Fernsehzuschauer die "grössten" Russen wählen sollten, kam Waldimir Lenin immerhin auf Platz 5, direkt hinter Peter I. und vor Katharina II.