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Modell des einst geplanten Moskwa-Neubaus: Erst abreißen, dann nachdenken (Foto: www.newsru.com)
Modell des einst geplanten Moskwa-Neubaus: Erst abreißen, dann nachdenken (Foto: www.newsru.com)
Dienstag, 18.01.2005

Hotel Moskwa: Neubau wird zum Schmierentheater

Moskau. Auf dem Gelände des abgerissenen Hotels Moskwa wird trotz Verbots gebaut. Eine Entscheidung darüber, ob und was dort entstehen soll, ist bisher nicht gefallen. Der für Bauaktivitäten zuständige Vizechef der Moskauer Stadtregierung Wladimir Ressin sagte vor Journalisten, man arbeite unterirdisch, das Verbot betreffe nur das, was über Tage geschehe.

Die Tatsache, dass auf der leeren Fläche zwischen dem Revolutionsplatz und dem Manegeplatz unerlaubt gearbeitet wird, ließ sich nicht abstreiten. Das Rattern der Presslufthämmer ist von Weitem zu hören. Ursprünglich hatte Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow versprochen, die markante asymmetrische Fassade des Moskwa originalgetreu nachzubilden. Dahinter sollte ein supermodernes Fünfsternehotel entstehen. Trotz Protesten der Öffentlichkeit wollte er aber partout nicht auf eine Tiefgarage verzichten.

Ende vorigen Jahres vollführte Luschkow eine Kehrtwende. Vielleicht sollte man am Standort des Hotels gar nichts bauen, erklärte er. Moskau könne sich einen richtig großen Platz im Stadtkern leisten. Nun waren aber Architekturexperten dagegen. Der Riesenplatz würde das Stadtbild hoffnungslos verzerren und den historischen Roten Platz unzulässig unterdrücken, meinen sie. Man müsse dort, wo der stalinistische Bau stand, unbedingt etwas hinstellen, aber nichts Großes. Dafür sprach sich auch der Kulturausschuss der Duma aus.

Zweifler hatten bereits vermutet, dass Luschkows Hin und Her nur ein Ausdruck des Tauziehens zwischen verschiedenen Interessengruppen war, die im Verborgenen um das begehrte Baugrundstück in unmittelbarer Kremlnähe stritten. Jetzt scheint sich jemand von ihnen durchgesetzt zu haben. Denkmals- und Umweltschützer befürchten, dass wieder Tiefbauarbeiten ohne Projekt begonnen wurden. So war es schon im Fall des unterirdischen Einkaufszentrums am Manegeplatz.

Der Boden war auf dieser Seite des Kremls einst ein richtiger Sumpf gewesen. Auch heute ist er von Bodengewässern durchsetzt. Seinerzeit hatte der unvorsichtige Umbau des Kleinen Theaters mit dem sitzenden Denkmal des Dramatikers Nikolai Ostrowski davor das Grundwasser unter die Säulenpforte des Bolschoi geleitet, die seither einsturzgefährdet ist, worauf Auffangnetze an den Säulen hindeuten. Gerüchteweise heißt es, das neue Einkaufszentrum habe ebenfalls den Zustand der Kremlfundamente beeinträchtigt.

Bei Russland-Aktuell
• Kein Boulevard an Stelle des „Moskwa“? (14.1.2005)
• Moskauer Hotels: Nachruf auf Lux und Moskwa (16.12.2004)
Die Bauaktivitäten der Moskauer Stadtväter sind längst zu einem öffentlichen Ärgernis geworden. Als Beispiel sei nur die Manege erwähnt, die just in der Nacht nach der Wiederwahl des Präsidenten Wladimir Putin im März vorigen Jahres abbrannte. Auch dort wurde über Kulissenkämpfe der Baufirmen gemunkelt. Die Stadtregierung musste auf den ebenfalls geplanten Bau unterirdischer Garagen verzichten und das historische Gebäude originalgetreu nachbauen, um den Verdacht einer Brandstiftung abzuwenden.

(adu/.rufo)


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