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Habgier geht über Solidarität - Taxipreise steigen am Tag der Anschläge in der Metro um das Zehnfache. (Foto: NTV)
Habgier geht über Solidarität - Taxipreise steigen am Tag der Anschläge in der Metro um das Zehnfache. (Foto: NTV)
Montag, 29.03.2010

Metro: Taxifahrer nutzen Chaos in Moskau schamlos aus

Moskau. Nach den Anschlägen in der Moskauer Metro kam in der Stadt an vielen Stellen der Verkehr zum Erliegen. Taxifahrer verlangten zum Teil das Zehnfache des normalen Preises; Appelle zur Solidarität fruchteten nicht.

Nach den beiden Anschlägen auf die Moskauer Metro am Montagmorgen, bei denen 37 Menschen starben und 73 verletzt wurden, brach im Stadtzentrum ein Verkehrschaos aus. Viele Moskauer verließen aus Angst die U-Bahn. Nach Berichten von Augenzeugen hatten die Menschenströme, die sich aus den Metrostationen ergossen, Ähnlichkeit mit einer Massendemonstration.

Doch der Versuch, mit oberirdischen Verkehrsmitteln ans Ziel zu kommen, war an vielen Stellen zum Scheitern verurteilt, denn durch das stärkere Verkehrsaufkommen und die vielen Rettungsfahrzeuge, die unterwegs waren, bildeten sich sofort endlos lange Staus, die selbst für Moskauer Verhältnisse fast bedrohliche Formen annahmen.

Aufruf per Radio


Ungewöhnlich viele Menschen waren am Montagvormittag in der russischen Hauptstadt zu Fuß unterwegs und versuchten, Autos anzuhalten. Dabei wurden sie gleich mit dem nächsten Problem konfrontiert: Eine Fahrt, die normalerweise 300 Rubel kostet, war den Taxifahrern plötzlich das Zehnfache wert.

Eine Passantin sagte gegenüber RIA Novosti: „Mein Mann und ich haben versucht, ein Auto anzuhalten, das Gleiche taten noch ungefähr 20-30 Leute. Als wir endlich eins bekamen, stiegen zwei weitere Passagiere ein. Der Fahrer sagte, es hätte einen Aufruf über Radio gegeben, Leute mitfahren zu lassen.

Bis Park Kultury fuhren wir fast anderthalb Stunden. Überall waren Staus, viele Leute standen an den Straßenrändern und versuchten, Autos anzuhalten. Wir bezahlten 1.000 Rubel (25 Euro) für die Fahrt, die Mitfahrer ebenso.“

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“Wir sterben von selber aus“


Die Internet-Blogs sind voller empörter Kommentare zu den unverschämten Taxipreisen. Im Schnitt soll eine Fahrt durchs Zentrum statt der üblichen 300 Rubel nun 3.000 kosten; von den Außenbezirken ins Zentrum würden sogar 6.000 Rubel verlangt.

„Wenn das den Tatsachen entspricht, dann brauchen wir keine weiteren Explosionen mehr. Wir sterben von selber aus“, heißt der sarkastische Kommentar eines Blogers. Ein anderer User meint, „normale Moskauer nehmen ihre Mitbürger umsonst im Auto mit“.

Aber leider ist das wohl eher ein Wunschgedanke. Laut Augenzeugen sitzen viele Fahrer allein hinterm Steuer und machen keine Anstalten, auf die Zeichen zum Anhalten zu reagieren.

Am fremden Leid bereichern geht schlecht aus


Sogar Premierminister Wladimir Putin und Patriarch Kyrill I. sahen sich veranlasst, den habgierigen Autofahrern ins Gewissen zu reden. Putin rief in einer Fernsehansprache dazu auf, Solidarität zu üben:

„Nutzen sie die Situation nicht aus, stellen Sie keine weiteren Hindernisse in den Weg, treiben Sie die Preise nicht in die Höhe!“ Der Patriarch appellierte an die Moral: „Dieses Geld wird euch nicht bekommen. Wer an fremdem Leid verdienen will, wird selbst Leid erfahren. Übt euch besser im Mitgefühl, seid solidarisch.“



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