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Lkw-Kolonnen ohne Ende: Auf der Ringautobahn MKAD soll dagegen jetzt ein Tages-Fahrverbot helfen (Foto: ld/.rufo)
Lkw-Kolonnen ohne Ende: Auf der Ringautobahn MKAD soll dagegen jetzt ein Tages-Fahrverbot helfen (Foto: ld/.rufo)
Dienstag, 26.02.2013

Moskau: Autobahnring ab 1. März tags für Lkw tabu

Moskau. Ab dem 1. März gilt auf der Moskauer Ringautobahn MKAD tags ein pauschales Fahrverbot für schwere Lastwagen. Abrupt wird sich allerdings nichts ändern, denn bei Verstößen lässt man vorerst Milde walten.

Lastwagen über 12 Tonnen dürfen ab März den staugeplagten Moskauer Autobahnring MKAD zwischen 6 bis 22 Uhr nicht mehr befahren. Das Verbot gilt zudem von Mai bis Oktober an Freitagen, Samstagen, Sonntagen, an und vor Feiertagen bis 24 Uhr.

Das Fahrverbot war von der Moskauer Stadtverwaltung gegen Proteste des Umlands und des Transportgewerbes durchgedrückt worden. Nach Angaben aus dem Rathaus fahren täglich 40.000 Lastwagen aus anderen Regionen in die Stadt hinein.

Ziel: Transitverkehr auf die Nacht verlegen


Auf der zu Spitzenzeiten zu 140 Prozent überlasteten Ringautobahn würden schwere Lastwagen drei von zehn Fahrzeugen stellen – wobei die Hälfte des Schwerlastverkehrs gar nichts mit der Hauptstadt zu tun habe, heißt es.

Das Fahrverbot soll sich dann auch in erster Linie gegen den Transitverkehr zwischen verschiedenen Regionen richten, der Moskau fast zwangsläufig ansteuert: Das russische Straßennetz ist traditionell auf die Metropole ausgerichtet. Ein zweiter Autobahnring weiter außerhalb ist allerdings noch im Planungsstadium.

Problem: Keine Parkplätze zum Warten


„Ausgesperrte“ Lkw-Fahrer müssen sich nun gut überlegen, wie und wo sie Wartezeiten bis zur täglichen Freigabe der Ringautobahn verbringen wollen – am besten weitab der Hauptstadtregion: Denn im Moskauer Gebiet, das die Hauptstadt ringförmig umgibt, fehlen nach Schätzungen 10.000 Lkw-Parkplätze.

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Nur drei Landkreise haben ihre Bereitschaft bekundet, neue Stellflächen für Lkw einzurichten. Betriebsbereit sind bisher nur drei Parkplätze an der M4 „Don“ aus Richtung Süden. Im Moskauer Gebiet gilt zudem ab 1.März ein Halte- und Parkverbot an den Einfalls-Straßen: Fahrer, die meinen, einfach am Straßenrand warten zu können, müssen 1.500 Rubel (37 Euro) Strafe bezahlen.

Strafen sind für das Gewerbe geringfügig


Vorerst ist allerdings damit zu rechnen, dass die meisten Lkw-Fahrer und ihre Auftraggeber das Verbot einfach ignorieren werden: Die Polizei wird es vor Ort nicht kontrollieren. Zwar sollen mittels stationärer Videokameras und einem automatisierten System Verstöße geahndet werden, doch wird dies den Güterverkehr kaum aufhalten. Denn die später per Post verschickten Bußgeldbescheide belaufen sich auf nur 300 Rubel (7,50 Euro).

Eine Gesetzesinitiative des Moskauer Stadtparlaments, die Strafe auf 10.000 Rubel (250 Euro) anzuheben, wurde auf Anraten der Verkehrspolizei wegen juristischer Probleme erst einmal gestoppt, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ heute. Ohnehin wollen die Behörden - nach widersprüchlichen Angaben in den ersten zehn Tagen oder sogar bis Mai - nur kostenlose Verwarnungen aussprechen, in dem sie den Fahrzeughaltern Bußgeldbescheide mit der Summe null Rubel schicken.

Ausnahmegenehmigungen vom Fließband


Der Güterverkehr zur Versorgung der Hauptstadtregion soll auch weiterhin weitgehend ungestört rollen können – nur belastet durch zusätzliche bürokratische Hürden: Der Verwaltung des Moskauer Gebietes wurde zugebilligt, jährlich 12.000 Passierscheine für Lkw auszustellen, die städtischen Behörden behielten sich sogar vor, beliebig viele MKAD-Durchfahrtserlaubnisse herausgeben zu dürfen.

Die Nummern der Fahrzeuge mit Benutzungserlaubnis werden dabei in eine Datenbasis eingegeben, damit sie beim Bußgeld-Verfahren nicht berücksichtigt werden.



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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

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ischara 01.03.2013 - 00:59

wozu?

Also wirklich,mal wider ne Menge Papierkram für nix und wieder nix.Das hätten sie sich ja auch gleich sparen können!


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