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Wo es heute rund um Moskau brennt und qualmt, sollten eigentlich Sümpfe sein. Der Renaturierung soll nun auf die Sprünge geholfen werden. (Foto: ld/.rufo)
Wo es heute rund um Moskau brennt und qualmt, sollten eigentlich Sümpfe sein. Der Renaturierung soll nun auf die Sprünge geholfen werden. (Foto: ld/.rufo)
Dienstag, 26.07.2011

Russlands Moore sollen mit deutscher Hilfe versumpfen

Greifswald. Nach den verheerenden Bränden 2010 sollen Russlands trockengelegte Moore wieder versumpfen. Mit deutscher Hilfe will man das Feuerrisiko senken. Zugleich wird der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 reduziert.

Nach den dramatischen Waldbränden im vergangenen Sommer will Russland mit deutscher Hilfe das Feuerrisiko in den Gebieten um Moskau senken. Rund 41.500 Hektar einst trockengelegter Moore sollen wieder versumpft werden - angelegt ist das Projekt auf vier Jahre. Ein entsprechendes Abkommen wurde bei den deutsch-russischen Regierungskonsultationen letzte Woche in Hannover unterzeichnet.

Schwerpunkt sind die Torfgebiete um Moskau


30.500 Hektar des Moor-Gebiets befänden sich um Moskau herum, sagte der Geschäftsführer der Michael-Succow-Stiftung, Sebastian Schmidt. Die Stiftung hat das zunächst auf 7,4 Mio. Euro veranschlagte Projekt in Russland initiiert. Sie wurde 1999 vom gleichnamigen Träger des Alternativen Nobelpreises gegründet und hat sich auf Naturschutzprojekte in den früheren Ostblockländern konzentriert.

Mit ihrer Hilfe wurden unter anderem Nationalparks wie in Turkmenistan oder Aserbaidschan gegründet oder Moore in der Ukraine wiedervernässt.

Deutsch-russische Experten-Kooperation


Sollte das Pilotprojekt in Russland überzeugen, habe die dortige Regierung weitere 25 Mio. Euro für ein „nationales Wiedervernässungsprogramm“ in Aussicht gestellt, sagte Schmidt. Zusammen mit Experten der Universität Greifswald übernimmt die Stiftung die inhaltlichen und technischen Planungen. Von russischer Seite sind die Akademie der Wissenschaften, das russische Umweltministerium und die betroffenen Gebietsverwaltungen an dem Projekt beteiligt.

Bei Russland-Aktuell
• Regierungskonsultation: Bekenntnis zur Zusammenarbeit (19.07.2011)
• Waldbrände: Rauch und Smog kehren nach Moskau zurück (05.07.2011)
• Greenpeace: Torfbrand-Qualm kommt unweigerlich wieder (09.06.2011)
• Katastrophenalarm wegen Waldbränden im Norden (26.07.2011)
• Torfbrände um Moskau nicht so schlimm wie 2010 (19.05.2011)
Bei den verheerendsten Bränden in der Geschichte Russlands starben im vergangenen Sommer mehr als 50 Menschen. Die Feuer hatten sich auf einer Fläche von 46.000 Hektar durch Wälder und trockene Torfe gefressen. Insgesamt gelten rund 60.000 Hektar Land um die russische Hauptstadt als akut feuergefährdet.

Buschwerk statt feuchtem Moorboden


Mehr als acht Prozent der Fläche Russlands sind nach Angaben der Stiftung mit Mooren bedeckt. Zu Sowjetzeiten seien sie zu rund drei Vierteln trocken gelegt und drainiert worden, um sie für den Ackerbau, die Forstwirtschaft oder den Torfabbau zu nutzen, sagte Landschaftsökologe Schmidt. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sei die Nutzung jedoch in weiten Gebieten aufgegeben worden. „Die Torfindustrie brach zusammen. Die Landschaften verbuschten, was wiederum die Ausbreitung von Feuern begünstigte.“

Versumpfen ist nicht mit links zu erledigen


„In Russland ist technokratisches Denken noch weit verbreitet“, sagte Schmidt. Es reiche aber nicht aus, nur die Schöpfwerke zu öffnen und die Flächen unter Wasser zu setzen, sagt Schmidt. Drainagegräben müssten verschlossen und Schöpfwerke vollständig zurückgebaut werden, um ein nachhaltiges Wachstum der Moore zu ermöglichen.

Die Experten der Stiftung gehen zudem davon aus, dass sich mit der Wiedervernässung der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 deutlich reduzieren lässt - um rund 10 Tonnen pro Hektar und Jahr.

Wenn die Moore dann in einigen Jahren selbstständig zu wachsen beginnen, werden sie selbst zu einer Art Auffangbecken für Schadstoffe und Kohlendioxid.

(Martina Rathke, dpa)



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